Der Siphon ist der gebogene Geruchsverschluss direkt unter jedem Abfluss – und die erste Stelle, an der sich Haare, Fett und Kalk festsetzen. In Wien reinigen Sie ihn in 15 Minuten selbst: Kübel unterstellen, Überwurfmuttern lösen, ausspülen, wieder dicht montieren.
Gut die Hälfte aller Abflussprobleme in Wiener Haushalten sitzt direkt im Siphon unter Waschbecken, Spüle oder Wanne. Die Reinigung schaffen Sie ohne Vorkenntnisse in 15–30 Minuten, als Werkzeug genügt notfalls eine Rohrzange. Tropft die Verbindung danach, sind fast immer die Dichtungen spröde – Ersatz kostet 2–10 €. Ein kompletter Kunststoffsiphon kostet 5–15 €, die Montage durch den Installateur 60–120 €. Sitzt die Verstopfung tiefer in der Leitung, übernimmt der Wiener Fachbetrieb ab 89 €.
Was ist ein Siphon und warum verstopft er zuerst?
Der Siphon – auch Geruchsverschluss genannt – ist das gebogene Rohrstück unmittelbar unter dem Ablauf. In seinem Bogen steht ständig Sperrwasser, das Kanalgase aus der Wohnung fernhält. Genau diese Biegung bremst das Abwasser und fängt dadurch Schmutz als erste Stelle der Leitung ab.
Zwei Bauformen dominieren in Wiener Wohnungen: der Röhrensiphon mit seiner U-förmigen Doppelbiegung, wie er unter Badewannen und älteren Waschbecken sitzt, und der platzsparende Flaschensiphon, ein zylindrischer Becher mit innenliegendem Tauchrohr, der Standard unter Küchenspülen und modernen Waschtischen ist. Das Tauchrohr ist dabei das senkrechte Innenrohr, das ins Sperrwasser eintaucht und den Geruchsabschluss erzeugt. Die Anschlussdurchmesser sind mit DN 32 am Waschbecken und DN 40 bis DN 50 an Spüle und Wanne bewusst schlank gehalten – die Wassersäule von etwa 5 bis 10 cm Sperrhöhe schreibt die ÖNORM EN 12056 für Entwässerungsanlagen vor. Im Flaschensiphon sammelt sich der Schmutz am Becherboden, im Röhrensiphon im tiefsten Punkt des Bogens. Dass sich dort zuerst Haare, Seifenreste, Küchenfett und Kalk ablagern, ist also kein Baufehler, sondern gewollt: Der Siphon schützt die dahinterliegende, schwer zugängliche Anschlussleitung – und lässt sich dafür werkzeugarm öffnen.
Wie reinigen Sie den Siphon Schritt für Schritt selbst?
Stellen Sie einen Kübel unter, lösen Sie die beiden Überwurfmuttern von Hand oder mit der Rohrzange, nehmen Sie den Siphon ab und leeren Sie ihn aus. Danach mit Bürste und warmem Spülwasser reinigen, Dichtungen prüfen und in umgekehrter Reihenfolge wieder montieren.
Beim Flaschensiphon genügt oft schon das Abschrauben des unteren Bechers, der Rest der Verrohrung bleibt an Ort und Stelle. Drehen Sie Kunststoffmuttern grundsätzlich zuerst mit der Hand – die Rohrzange nur mit einem Tuch dazwischen ansetzen, sonst reißen die feinen Gewinde. Entsorgen Sie den stinkenden Inhalt im WC, nicht im gerade geöffneten Abfluss, und wischen Sie den Becher trocken aus, statt ihn unter fließendem Wasser über dem offenen Rohr auszuspülen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Verlorene Ohrringe oder Ringe liegen fast immer genau hier – wie Sie dabei am besten vorgehen, zeigt unser Ratgeber Gegenstand in den Abfluss gefallen in Wien – Ring und Schmuck aus dem Siphon retten. Nach dem Zusammenbau lassen Sie 30 Sekunden Wasser laufen und prüfen alle Verbindungen mit trockenem Finger auf Feuchtigkeit.

Läuft die Küchenspüle trotz sauberem Siphon weiter träge ab, steckt die Ursache meist im fettverengten Anschlussrohr dahinter – die passenden Schritte dazu finden Sie im Beitrag Küchenspüle verstopft in Wien – Soforthilfe, Siphon reinigen, Ursachen und Kosten.
Was tun, wenn der Siphon nach der Reinigung tropft?
Tropft es nach der Montage, sitzt fast immer eine Dichtung falsch oder sie ist spröde geworden. Lösen Sie die betroffene Überwurfmutter noch einmal, richten Sie die Dichtung gerade aus und ziehen Sie handfest plus eine Viertelumdrehung nach – mehr Kraft schadet.
Wichtig ist die Richtung der Konusdichtung, also des kegelförmigen Dichtrings an den Rohrübergängen: Die schmale Seite des Kegels zeigt immer vom Muttergewinde weg in Fließrichtung des Rohrs. Flachdichtungen gehören dagegen plan zwischen Ablaufventil und Siphonbecher. Gummidichtungen härten nach 10 bis 15 Jahren aus und reißen beim ersten Öffnen – ein komplettes Dichtungsset kostet im Baumarkt 2–10 € und gehört bei jeder Reinigung eines älteren Siphons gleich mitgetauscht. Hanf oder Teflonband haben an den Kunststoff-Klemmverbindungen nichts verloren, sie verhindern sogar das saubere Anpressen der Dichtflächen. Bleibt die Verbindung trotz neuer Dichtung undicht, ist meist der Gewindering des Bechers gerissen oder das Rohrende verzogen – dann steht der Tausch des Siphons an.
Warum stinkt der Abfluss trotz gereinigtem Siphon?
Riecht es nach der Reinigung weiter, kommt der Geruch nicht aus dem Siphon, sondern aus dem Biofilm im Rohr dahinter, aus verdunstetem Sperrwasser oder aus einer gestörten Fallstrangbelüftung. Füllen Sie zuerst Wasser nach – bleibt der Geruch, liegt die Ursache tiefer.

Das Sperrwasser verdunstet in wenig genutzten Abläufen – Gästebad, Kellerdusche, Bodenablauf – schon nach zwei bis vier Wochen, dann steigen Kanalgase ungehindert auf. Ein halber Liter Wasser mit einem Schuss Speiseöl obenauf verzögert die Verdunstung deutlich. Der Biofilm wiederum, ein schleimiger Belag aus Bakterien und Fettresten, kleidet das Überlaufröhrchen und die ersten Zentimeter der Anschlussleitung aus und riecht auch bei blitzsauberem Siphonbecher. Hier helfen Bürste, heißes Spülwasser und Geduld. Welche Ursachen dann noch übrig bleiben – vom defekten Rohrbelüfter bis zur undichten Muffe – behandelt unser Beitrag Abfluss stinkt trotz Reinigung in Wien – Ursachen und dauerhafte Lösung.
Ein Trick aus der Praxis: Halten Sie das Überlaufloch des Waschbeckens zu und riechen Sie direkt am Ablauf. Riecht es aus dem Überlauf stärker, sitzt der Belag im Überlaufkanal der Keramik – den erreicht keine Siphonreinigung. Eine Flaschenbürste durch die Überlauföffnung und eine Spülung mit 60 Grad warmem Wasser lösen das Problem in zehn Minuten, ganz ohne Chemie.
Wann sollten Sie den Siphon wechseln und was kostet das?
Wechseln Sie den Siphon, wenn Gewinde gerissen, Metallteile durchkorrodiert oder Dichtflächen verzogen sind. Ein Kunststoffsiphon kostet 5–15 €, ein Metallsiphon in Chrom 20–60 €. Der Installateur verrechnet für den Tausch inklusive Material meist 60–120 €.
Kunststoffsiphons halten 15 bis 25 Jahre und sind für Küche und verdeckte Montage die robuste Wahl. Verchromte Messingsiphons, wie sie in vielen Wiener Altbaubädern sichtbar unter dem Waschtisch glänzen, korrodieren von innen: Das Tauchrohr wird papierdünn und bricht oft genau dann, wenn man es zur Reinigung abschraubt. Prüfen Sie ältere Metallsiphons deshalb vor dem Ansetzen der Zange auf braune Flecken und Ausblühungen. Das Wiener Hochquellenwasser ist zwar überwiegend weich bis mittelhart, in Teilen von Donaustadt, Floridsdorf und Simmering fließt aber härteres Wasser mit höherem Kalkanteil – dort wachsen Kalkringe am Tauchrohr spürbar schneller und machen Flaschensiphons enger.
In der Mietwohnung gilt: Die laufende Pflege und Reinigung des Siphons ist Sache des Mieters. Der Austausch schadhafter Ablaufgarnituren innerhalb der Wohnung fällt dagegen je nach Mietvertrag und Anwendungsbereich des MRG häufig unter die Erhaltungspflicht des Vermieters (§ 3 bzw. § 8 MRG) – klären Sie das vor einer eigenen Beauftragung schriftlich, sonst bleiben Sie auf den Kosten sitzen.
Wann muss bei einem verstopften Siphon der Profi anrücken?
Staut das Wasser trotz gereinigtem Siphon, sitzt der Pfropfen in der Anschlussleitung oder im Fallstrang – dort enden Hausmittel. Der Wiener Fachbetrieb arbeitet mit Rohrspirale, Hochdruckspülung und Kamerainspektion, die Anfahrt beginnt bei 89 €, der Einsatz dauert meist 30–45 Minuten.
Der Fallstrang ist das senkrechte Sammelrohr, das die Abwässer aller Stockwerke aufnimmt – Ablagerungen dort betreffen schnell mehrere Wohnungen. Die Rohrspirale mit passendem Fräskopf trägt Verkrustungen mechanisch ab, die Hochdruckspülung mit bis zu 200 bar spült Fett und Gelöstes nach, die Kamerainspektion dokumentiert danach den Zustand der Leitung. Ein seriöser Betrieb nennt Ihnen am Telefon den Anfahrtspreis und die üblichen Stundensätze, bevor er anrückt. Welche Preise in Wien realistisch sind und woran Sie überhöhte Notdienst-Rechnungen erkennen, schlüsselt unser Ratgeber Rohrreinigung Kosten in Wien – Preise, Faktoren und wer zahlt auf.

Aus unserer Wiener Einsatzpraxis: In den Innenbezirken ist der Klassiker die Altbauküche, in der jahrzehntelang Fett über die Spüle lief – der Flaschensiphon ist dort nur das erste Glied einer durchgehend verengten Leitung bis zum alten Gussfallstrang. Wer beim Ausschrauben des Bechers eine zähe, graubraune Fettschicht findet, sollte nicht dreimal im Monat den Siphon putzen, sondern einmal die Anschlussleitung durchspülen lassen. In Donaustadt und Floridsdorf sehen wir dagegen öfter Kalk: verengte Tauchrohre, festgebackene Überwurfmuttern. Dort lohnt der Griff zum Kunststoffsiphon – der verkalkt langsamer und lässt sich auch nach Jahren noch von Hand öffnen.
- Siphon reinigen dauert 15–30 Minuten: Kübel unterstellen, Überwurfmuttern lösen, ausleeren, bürsten, dicht montieren
- Tropft es danach: Konusdichtung richtig ausrichten, handfest plus Viertelumdrehung – Dichtungsset kostet 2–10 €
- Geruch trotz Reinigung: Sperrwasser nachfüllen, Biofilm und Überlaufkanal bürsten, sonst liegt es an Belüftung oder Leitung
- Neuer Kunststoffsiphon 5–15 €, Chrom 20–60 €, Montage durch den Installateur 60–120 €
- Verstopfung hinter dem Siphon: Profi mit Spirale, Hochdruckspülung bis 200 bar und Kamera, Anfahrt ab 89 €, Einsatz 30–45 Minuten
Finden Sie beim Zerlegen einen harten, hellen Ring am Tauchrohr, ist Kalk die Ursache – wie Sie ihn dauerhaft loswerden, erklärt der Ratgeber Kalk im Abflussrohr in Wien – Ablagerungen erkennen, entfernen und vorbeugen.
Häufige Fragen zum Siphon reinigen
Kann ich den Siphon reinigen, ohne ihn abzuschrauben?
Teilweise: Heißes Spülwasser löst frische Fett- und Seifenreste, die Saugglocke bewegt losen Schmutz weiter. Haare, Kalk und alter Belag im Becher lassen sich aber nur durch Zerlegen vollständig entfernen – alles andere verschiebt das Problem nur um ein paar Wochen.
Wie oft sollte man den Siphon reinigen?
In der Küche alle drei bis sechs Monate, im Bad alle sechs bis zwölf Monate – bei langen Haaren und harter Wasserlage eher öfter. Wenig genutzte Abläufe wie im Gästebad brauchen vor allem regelmäßiges Nachfüllen des Sperrwassers statt häufiger Reinigung.
Sind Cola, Backpulver oder Spülmaschinentabs im Siphon sinnvoll?
Nein. Diese Hausmittel wirken höchstens oberflächlich gegen Gerüche und frisches Fett, gegen Haare und Kalk richten sie nichts aus. Das mechanische Zerlegen ist schneller, gründlicher und kostenlos – und schont im Gegensatz zu aggressiver Chemie Dichtungen und alte Rohre.
Wohin mit dem Schmutzwasser aus dem Siphon?
In das WC, nicht in das gerade geöffnete Waschbecken – dort würde es direkt in das offene Rohr laufen. Feste Reste wie Haarbüschel und Kalkbrocken gehören in den Restmüll, damit sie nicht an der nächsten Engstelle der Leitung hängen bleiben.
Gibt es Siphons mit eigener Reinigungsöffnung?
Ja. Viele Röhrensiphons haben am tiefsten Punkt eine Revisionsschraube, über die sich der Bogen entleeren lässt, ohne die Verrohrung zu lösen. Für schwer zugängliche Montagesituationen – etwa hinter Badmöbeln – ist so ein Modell beim nächsten Tausch die praktischere Wahl.
Quellen und Normen: ÖNORM EN 12056 und ÖNORM B 2501 (Entwässerungsanlagen für Gebäude), ÖNORM EN 274 (Ablaufgarnituren für Sanitärausstattungsgegenstände), Wiener Wasser (MA 31) zur Wasserhärte in Wien, Wien Kanal (MA 30), Mietrechtsgesetz (MRG) §§ 3 und 8.